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Marmaris Reisetipps - Knidos-antike Stadt auf der Halbinsel Resadiye

Knidos

Knidos, an der Spitze der Datça Halbinsel, auf Kap Tekir gelegen, kennzeichnet den Scheidepunkt von Ägäis und Mittelmeer, und ist die wichtigste Ruinenstätte unter den westanatolischen antiken Küstenstätten.

         

Knidos liegt in der Provinz Mugla, Bezirk Datça in den Grenzen des Dorfes Yazı. Es ist, auf der Strasse von Datça kommend, 35 km entfernt. Die letzten 8 km bestehen aus einer gut befestigten Schotterstraße. Während der Touristensaison ist es auch auf dem Seeweg gut zu erreichen.
Unter der Herrschaft der Perser, ca. 360 vChr. verließen die späteren Einwohner von Knidos, Datça und siedelten in Knidos. Die Stadt wurde nach einem Plan von Hippodamos errichtet. Sie bildete, zusammen mit den auf Rhodos gelegenen Städten Lindos, Ialisos und Kamiros, mit der Insel Kos und Halikarnassos den Bund der Rhodos Provinzen. Strabon (XIV 656, 2, 15) beschreibt Knidos als eine, auf Terrassen angelegte Stadt, die sich wie ein Theater zu ihrer Akropolis hinaufschwingt. Er bezeichnet die, auf dem Festland und der vorliegenden Insel erbauten Siedlungen, als "die Doppelstadt". Die Bewohner der Stadt betrieben einen gut entwickelten Handel und Weinexport. Später wurden sie, durch einen künstlichen Damm zwischen der Insel Kap Krio und dem Festland, Herren über zwei Häfen. Der im Süden der Stadt liegende Hafen hatte eine korridorähnliche Einfahrt, deren engste Stelle von zwei sich gegenüberliegenden, runden Türmen kontrolliert wurde. Strabon nannte diesen Hafen "Kadırga Hafen" und berichtet, dass er bis zu 20 Kriegsschiffe zugleich beherbergen konnte.
Die Geschichte der Stadt wurde von Sir Charles Newton in den Jahren 1856/57, zwischen 1967-1977 von Prof. Dr. Iris Cornelia Love und erneut seit 1987 von Prof. Dr. Ramazan Özgan erforscht.
Die Arbeiten werden auf dem Festland und auf der Kap Krio (Heute : Deve Boynu) Insel fortgesetzt.
In einer Entfernung von bis zu 7080 m gen Westen der Insel findet man keinerlei Spur einer Befestigung. Im Nordwesten und Norden fand man jedoch von Türmen verstärkte, teils auch natürliche Gegebenheiten ausnutzende Befestigungsmauern, die sich bis in den Westen der Insel erstrecken. Auf dem Kamm der Insel wurden, auf Terrassen, Seite an Seite Gebäude errichtet. Die Besonderheiten des Stadtbauplanes, die Feinheiten der Bauausführung, das Kanalisationssystem und sonstige, bei den Ausgrabungen gefundenen Charakteristika, belegen, dass die Stadt zwischen dem 3. Und 2. Jhrhdrt.vChr. geplant, gebaut und besiedelt wurde. Danach fiel die Siedlung einem Brand zum Opfer und wurde verlassen.
Auf dem Festland findet man, der Ost-Westachse folgend, eine Strasse. Oberhalb und unterhalb dieser Strasse liegen öffentliche Gebäude, ein oberes und ein unteres Theater, ein Demeter Heiligtum, ein kleines Odeon, einen Aphrodite Tempel, einen korinthischen Tempel, ein römisches Grabmal, eine Agora, eine Gedenkstätte, eine hellenistische Stoa, einen Dionysos Tempel und eine byzantinische Kirche; aus römischer Zeit : ein Bouleuterium, Propylon und in Stufen angelegte Strassen.
Bei Ausgrabungen trat zutage, dass die heilige Stätte für mehr als einen Kult benutzt wurde, und am Eingang mit einem Tor gesichert war. Das Tor, im westlichen Teil des, von vier Säulen bestandenen Hofes des Propylon gelegen, ist im Fußbereich vom vielen Gebrauch abgenutzt und ausgehöhlt.
Der bekannteste unter den Kultstätten von Knidos ist der, eine Zeitlang die berühmte "Aphrodite von Knidos" beherbergende, runde Aphrodite Tempel.
In der antiken Ägäis bemühten sich alle Künstler, Aphrodite zu beschreiben und zu lobpreisen. Am schwersten hatten es dabei wohl die Maler und Bildhauer. Sie mussten neben der Schönheit, die Göttlichkeit Aphrodites anschaulich darstellen. Pierre Louys beschreibt in seinen "Liedern der Bilitis" die Entstehung der Statue folgendermaßen: "Es geschah bei den Festspielen von Eleusis. Auf dem Strand waren 20.000 Menschen versammelt, die aus ihrer hellenistischen Heimat angereist waren. Phryne näherte sich den schwer heranrollenden Wellen. Sie löste ihren Gürtel und ihre Unterkleider. Dann ließ sie ihre langen Haare herab und schritt in die Fluten..."
Zwischen den, den Festlichkeiten folgenden Zuschauern, befanden sich auch der berühmte Bildhauer Praxiteles und der begabte Maler Apelles aus Kolophon.
Beide Künstler waren hingerissen der Ansicht, daß diese Priesterin Aphrodite selbst sein müsse, soviel göttliche Schönheit konnte nicht menschlich sein. So stand die, in der Antike berühmte Priesterin Phryne, laut einer Überlieferung diesen beiden begnadeten Künstlern Modell. Der Maler Apelles schuf so das als "Aphrodite Anadiyom" bekannte Bildnis,
der Andere, Praxiteles, die berühmte "Aphrodite von Knidos" genannte Statue. Dieses wichtigste unter den, im 4. Jhrhdrt. vChr. entstandenen Kunstwerken, beschreibt der aus Samsat stammende Lukianos im 2. Jhrhdrt. vChr. so : "Ich näherte mich dem heiligen Garten. Ein wunderbarer Duft machte uns trunken. Die im Hof mit der Schönheit Aphrodites wetteifernden, Süß duftenden Bäume waren leuchtend grün, immer blühende, ständig Früchte tragende Myrthenbäume heiligten die Gottheit. Lorbeer und Zypressen... nie alternde Bäume. Ohne Einhalt oder Ruh' trieben sie neue Zweige. Wir betraten den Tempel. In der Mitte erhob sich auf einem schönen Sockel Aphrodite. Auf ihren Lippen lag ein fast schüchternes, schamhaftes Lächeln. Die Schöne war, außer dem, was ihre linke Hand bedecken konnte, unverhüllt. Wir waren von ihrer Schönheit geblendet."
Leider wurde die von Lukianus so liebevoll beschriebenen "Aphrodite von Knidos" bis heute nicht gefunden.
Bei den, in den letzten Jahren unter der Leitung von Prof. Dr. Ramazan Özgan stehenden Ausgrabungen in der antiken Stadt Knidos, richtet sich das Augenmerk verstärkt auf die in der Literatur so lobend erwähnte, Statue. Zu diesem Zweck fokussieren sich die wissenschaftlichen Untersuchungen zum großen Teil, auf den Bereich des runden Tempels und des östlich davon liegenden Altares.
Die Charakteristika des, im korinthischen Stil erbauten Tempels und Altars deuten auf seine Entstehung im 2. Jhrhdrt. v.Chr. hin. Die, in der Umgebung des Bauwerkes gefundenen, kleineren Gegenstände wurden als späthellenistisch bzw. frührömisch identifiziert. Das heißt, dass der runde Tempel nicht von Praxiteles für die Aphroditestatue, gebaut worden sein kann.
Außerdem belegen Funde eines Apollon zugehörigen Omphalos und Stücke einer, dem Dionysos zugedachten Inschrift, dass dieses heilige Bauwerk, nicht nur für die Anbetung einer einzigen Gottheit bestimmt war. Bislang fehlt der Wissenschaft ein Beweis, der die Beteiligung Praxiteles bei der Errichtung des Tempels und seine Bestimmung für Aphrodite, stichhaltig belegt.

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